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Rundgang

Seit 1990 wurden in Deutschland über 200 Menschen durch rechte Gewalt getötet – mindestens elf davon in Leipzig und Umgebung. Viele von ihnen wurden lange nicht und werden auch immer noch nicht als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Ihre Geschichten verschwanden aus dem öffentlichen Bewusstsein. Dieser Rundgang will sie zurückholen, ihrer gedenken und über die gesellschaftlichen Hintergründe ihrer Morde aufklären.

Rechte Gewalt hat System. Sie ist kein Zufall, sondern Folge von menschenfeindlichen Ideologien wie Rassismus, Homosexuellenfeindlichkeit und Sozialdarwinismus – tief verankert in unserer Gesellschaft. Zu oft wird weggesehen, verharmlost, verdrängt, auch hier in Leipzig. 

Erinnern ist mehr als Zurückblicken – es ist Widerstand. Eine politische Praxis gegen das Schweigen, gegen die Normalisierung rechter Gewalt. Wir gehen diese Wege, um nicht zu vergessen – und um denen unsere Stimme zu leihen, die durch rechte Gewalt zum Schweigen gebracht wurden.

Dieser Stadtrundgang ist ein Appell, genau hinzusehen. Denn rechter Terror ist kein Kapitel der Vergangenheit – er ist Teil unserer Gegenwart. Erinnern heißt verändern. Nichts ist vergeben und niemand ist vergessen.

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